Bunkern, was das Zeug hält – Die Sparmentalität der Deutschen und ihre Folgen

 

Die Deutschen sind dafür bekannt, pünktlich und präzise zu sein und zu arbeiten. Die so genannte "Deutsche Wertarbeit" ist weltweit anerkannt und äußerst beliebt. Was wir einmal anfertigen, hat grundsätzlich Hand und Fuß. Doch wir sind auch dafür bekannt, dass wir wo es irgendwie nur möglich ist, den Sparfuchs aus der Hosentasche zu ziehen und wo immer wir eine Chance fürs Sparen wittern, wird gleich die Jagd auf Angebote und günstige Tarife und Co. gemacht.

Grundsätzlich nichts Verwerfliches, doch wer bekanntlich am falschen Ende spart, darf sich nicht über ein böses und meist noch viel teureres Erwachen wundern. Manchmal tut es gut und richtig, wenn man eben nicht auf Billigprodukte zurückgreift und die Sparmentalität einfach beiseite legt und Fünfe gerade sein lässt.

Vergleichen und Sparen

Bis auf den letzten Cent werden Preisangebote verschiedener Hersteller verglichen und immer wieder nach noch günstigeren Angeboten Ausschau gehalten. Eigentlich nie verkehrt, doch wer auf Qualität und Hochwertigkeit achtet, sollte hier schon etwas mehr Spielraum an den Tag bringen können und den Sparfuchs ruhig einmal ad acta legen können. Selbst bei einem Onlinemarketing-Dienstleister oder der Wahl einer Detektei wird tüchtig aufs Sparkonto geschaut und versucht hier und da peinlichst genau und auf den Cent heruntergerechnet Einsparen zu können. Allerdings wäre dies in solchen wie auch andern Fällen eher sehr kontraproduktiv. Denn wer gute Leistungen mit einem soliden Umfang benötigt und auch darauf zurückgreifen möchte, darf insbesondere hierbei nicht sparen und auf vielleicht wichtige Hilfestellungen verzichten müssen.

Krieg auf Tankstellen

Der nackte Wahnsinn zeigt sich in puncto Sparen dann, wenn eine bekannte Tankstelle immer zur gleichen Zeit ihre Spritpreise erneuert und senkt. Da wird der Deutsche Sparfuchs zum wahren Genie und wittert schon im Vorfeld, dass die Preise sinken. Und sei es am Ende nur eine Einsparungen von rund 20 Cent. Das spielt keine Rolle, Wichtig ist das Gefühl, bewusst und clever gespart zu haben. Dabei werden die Anfahrt zur vielleicht einige Kilometer weiter entfernten Tankstelle mit den günstigen Preisen in Kauf genommen, wo die benachbarte Tankstelle gleich nebenan liegt. Und auch, dass man vielleicht sogar günstig getankt hat, aber dann zusätzlich noch den ein oder andern Schokoriegel oder das Eis kauft. Hauptsache der Sprit in Tank war jetzt und zu diesem Zeitpunkt günstiger als sonst. Diverse Tankstellen werden in dieser kurzen Zeitspanne dermaßen belagert, dass wahre Machtkämpfe der Autofahrer untereinander an den Tanksäulen entstehen, denn die Angst, dass während der Wartezeit die Spritpreise wieder angehoben werden, tankt quasi mit.

Sonderangebote werden durchforstet

Für einige von uns ist das Durchforsten der alltäglichen Reklameblättchen im Briefkasten zu einem wichtigen Ritus und Hobby im Alltäglichen geworden. Sobald sich hier ein besonders gutes und attraktives Angebot herauskristallisiert, wird zugeschlagen. Ebenso verfährt man häufig auch bei der Schnäppchenjagd im Internet. Dabei steht fest, dass in den meisten Fällen die gekauften Produkte und Gegenstände überhaupt nicht notwendig gewesen wären. Und genau darauf zielt die Marktwirtschaft. Dass der Konsument zuschlägt, egal ob er das Produkt letztlich benötigt oder nicht. Discounter führen schon seit Jahrzehnten diese Praktik und sie scheint prima zu funktionieren.

Video: Geld sparen beim Wocheneinkauf



Foto: jarmoluk / pixabay.com
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